Symbol Filosofie.de
Denker

Immanuel Kant

Lebenszeit

Kant 79 Jahre von 22.4.1724 (Königsberg) - 12.2.1804 (Königsberg)

Schaffensorte

Königsberg, Ostpreußen - Dozent und Professor der Philosophie

Persönlichkeitstypus

Schöngeistig, redegewandt, aufgeschlossen, gesellig, unterhaltsam, unverheiratet

Haupterkenntnisse und Aussagen

  • kategorischer Imperativ: "Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde."
  • "Was kann ich wissen (Erkennen)? Was soll ich tun (Handeln)? Was darf ich hoffen (Glauben)?"

Hauptwerk

Die Kritik der reinen Vernunft (1781)

Portrait

Immanuel Kant hat sein ganzes Leben in Königsberg in Ostpreußen verbracht. Er blieb unverheiratet und wurde zum gesellschaftlich anerkannten und beliebten Professor für Philosophie. Seine philosophische Denkarbeit war bahnbrechend und sollte die preußische und deutsche Kultur und Art nachhaltig prägen. Mit dem Fokus auf Vernunft und Verstand wurde er zum strikten Lehrer für Disziplin, geregeltem Lebenswandel bis hin zur übertriebenen Pedanterie.

Kant erkannte, dass Wahrnehmung und Realität von der Art zu denken abhängt, und so selbst geschaffen wird. Insofern ist die Welt so, wie sie uns erscheint, und so wird sie zur Wirklichkeit.

Mit seiner berühmten Fragestellung "Was kann ich wissen?" sorgte er für viel Aufruhr, als er feststellte, dass man nur das wissen kann, was sich der Gedankenwelt erschließt und gleichzeitig auch sinnlich erfahren lässt. Demnach könne man nicht wissen, ob es einen Gott gibt, weil man ihn seiner Meinung nach zwar denken, aber nicht sinnlich erfahren könne. Eine Ansicht, die sich bis in die Gegenwart gehalten hat, denn für viele gilt, was nicht gesehen der gemessen werden könne, gäbe es auch nicht.

Seine Auffassung über das Wissen über Gottes Existenz und die daraus folgende Religionsphilosophie Kants entzweiten ihn mit der Kirche, mit der er bis zum Lebensende keine harmonische Beziehung herstellte.

In der zweiten Frage "Was soll ich tun?" beschäftigte er sich mit Moral und Ethik und fand, man solle diese daran festmachen, welches Verhalten gleichzeitig allgemeine Gesetzgebung und Regel sein könne, und zwar nicht von einer äußeren Instanz vorgegeben, sondern dem eigenen inneren Wunsch folgend. Er leitete daraus den kategorischen Imperativ (= allgemeingültige Regel) ab (s.o.). Kant unterstellte dabei, dass alle Menschen mit Vernunft das selbe wünschen und dann wäre es gültig. Dies ist jedoch abhängig vom guten Willen, dem man danach jedem unterstellen müsste, was schwerlich realistisch ist.

Kant schuf sich und seiner Welt mit seinem kategorischen Imperativ ein striktes Verhaltenskorsett, an das er sich sklavisch hielt, das aber auch unverkennbar starken Einfluss auf das Preußentum bis hin zu typisch deutschem ethisch-moralischen Verhalten hatte.

Obwohl Kant kein Freund der Kirche war, glaubte er an einen mächtigen schöpfenden Gott, der dem Menschen zugewandt sei, wenn dieser sich mit seiner Vernunft moralisch verhielte. So beantwortete er seine dritte Frage nach dem "Was kann ich hoffen bzw. glauben?"